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Tübinger Wassermusik - eine "Soirée auf dem Neckar"

 

Der "Konzertsaal" ist der Neckar, Ränge und Logen gibt es keine, stattdessen darf sich das Publikum in Stocherkähnen sanft von den Neckarwellen schaukeln lassen. Die Orchesterbühne befindet sich direkt auf der Landspitze beim Casino in der Wöhrdstraße, das Publikum steigt gegenüber in der Hermann-Kurz-Straße in Stocherkähne. Leichtes Wellengeplätscher, Bootsgeräusche und die ganz spezielle Atmosphäre des abendlichen Neckars – der Ort ist folglich wichtiger Teil des Programms.

Entstanden ist die Tübinger Wassermusik aus der Reihe "frei!klang" des Club Voltaire, die mit einer Klang-Raum-Performance 2001 im Fußgängertunnel unter dem Schlossberg debütierte. Die Tübinger Wassermusik wurde in den Jahren danach von folgenden Ensembles gestaltet:

Musica Varia Ensemble (2002/03), Ensemble Artisfact (2004/ 06), Sinfonietta Tübingen (2005), Ensemble Divertissement (2007), Tango Komplott (2008), Hot Club Harmonists (2009 und 2014), Uwaga! (2010), Saravati-Quartett (2011), Cello-Ensemble ±12 Vc (2012), den Klezmeyers (2013), Duo KAYOU und Duo ECHOES (2015) und schließlich dem Ensemble Foaie Verde (2016).

Das Programm der Tübinger Wassermusik bewegte sich in den ersten Jahren dicht im Spektrum kammermusikalischer, leichter Klassik. Dann tasteten wir uns in etwas andere Gefilde vor – konzertanter Tango, Swing und Jazz – ohne die ursprüngliche Assoziation "schwebende Streicherklänge über den Wellen" je zu verlassen.

15 Jahre lang haben wir diese Konzertreihe zum Vergnügen vieler Zuhörer*innen, Musiker*innen und Stocherkahnfahrer*innen und nicht zuletzt uns selbst veranstaltet. Trotz immer wieder gelungener und zum Teil grandioser Konzerte bedeutete die Tübinger Wassermusik jedes Jahr aufs Neue einen großen Kraftakt. So sind wir nach diesen 15 Konzertabenden zu dem Schluss gekommen die Reihe "Tübinger Wassermusik" zu beenden.

Veranstaltet wurde die Tübinger Wassermusik in ebenfalls schon traditioneller Zusammenarbeit vom Club Voltaire und dem Fachbereich Kunst und Kultur der Universitätsstadt Tübingen.

Ohne die Unterstützung zahlreicher Stocherkahnfahrerinnen und Fahrer, die in ihrer Freizeit das Publikum in ihre Kähne aufnahmen und manchmal sogar noch zu einer spontanen Fahrt einluden, hätte es dieses einmalige Tübinger Ereignis nie gegeben. Ihnen und allen anderen Unterstützern gilt ein großes, herzliches Dankeschön!