Hauptinhalt

Literatur im Club - Dialoge der Kulturen

Eine Veranstaltungsreihe ab Mai 2011 von Club Voltaire e.V., Literarische Buchhandlung Quichotte und dem Verlag Hans Schiler in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Kultur der Universitätsstadt Tübingen.

Hintergrund

Die „Spurensuche nach der kulturellen Vielfalt“ hat für den Club Voltaire im Sinne seines soziokulturellen Selbstverständnisses in den bald 40 Jahren seines Bestehens wenig mit multikulturellem Zeitgeist zu tun, sondern war vielmehr zu allen Zeiten tragender Bestandteil seines Selbstverständnisses als alternative kulturelle Einrichtung.

Zitat aus dem Reader zur Reihe „Spuren kultureller Vielfalt“ von Sudhaus und Club Voltaire.

Das „Fremde“ und das „Eigene“

Deutschland ist ein Einwanderungsland, in dem Menschen verschiedenster nationaler und kultureller Herkunft leben. Diese Vielfalt ist ein großes Potential für unsere Gesellschaft. Um diese Chance nutzen zu können, muss allerdings aus dem beziehungslosen Nebeneinanderleben ein gemeinsames Zusammenleben werden. Der Dialog der Kulturen ist hierfür eine unverzichtbare Voraussetzung. Dieser Dialog ist nicht frei von Prämissen und darf kein beliebiger sein: Er setzt die Existenz gemeinsamer universaler Werte und Rechte voraus, die wechselseitig anerkannt werden. Konkret bedeutet Dialog zu informieren, aufzuklären, zu sensibilisieren und sich kritisch mit dem „Fremden“, aber auch dem „Eigenen“ auseinander zu setzen.

www.fes-online-akademie.de

 

Dialog der Kulturen

„Lessings kosmopolitische Idee befasst sich mit der Versöhnung von Kulturen und Religionen. Anstatt aus seinem Streit mit der Kirche Wut und Enttäuschung zurückzubehalten, entwickelte er daraus Nathan, diesen philanthropischen Theaterklassiker, der heute genauso so aktuell wie damals ist."

Das sagte der Intendant des Thalia Theaters Joachim Lux anlässlich der ersten Hamburger Lessingtage 2010 gegenüber NDR.de.

www.werkstatt3.de

 

Der Dialog der Kulturen ist ein sehr machtvolles Konzept. Gerade angesichts der brutalen Faustrechtordnung, die uns heute als Weltherrschaftskonzept verkauft wird, ist es wichtig zu begreifen, worin dieses „Machtvolle" des Dialogs der Kulturen wirklich liegt. Ein Schlüssel dazu ist der Begriff „Einheit in der Vielfalt", den zwar viele in bester Absicht im Munde führen, aber nur eine unklare Vorstellung davon haben, was er eigentlich bedeutet. Denn diese Einheit bedeutet eben nicht den „einen Topf", in den man all das Vielfältige hineinwirft, sondern vielmehr ein höheres gemeinsames Prinzip, das es im Zuge des Dialogs aufzufinden gilt. Die Einheit in der Vielfalt ist ein sehr präzises philosophisches Konzept, das Nikolaus von Kues besonders machtvoll auf den religiösen Dialog angewandt hat. In seiner Schrift Über den Frieden im Glauben läßt er die Vertreter von 17 Religionen der Welt nach der „einen Religion" hinter den verschiedenen religiösen Bräuchen suchen, so wie der Dichter Lessing die Suche nach der „einen Wahrheit" zur Richtschnur des menschlichen Denkens erklärte.

www.schiller-institut.de

Die angeführten Zitate spiegeln die zahllosen Diskussionen wider die sich seit der Ideengeburt einer Multikulturellen Gesellschaft mit Themen wie kulturelle Vielfalt, Identität, Dialog, das „Fremde“, Glaube usw. beschäftigen. Es sind großartige, „machtvolle“ Gedanken die sie vertreten, aber sie zeigen auch daß uns die darin aufgeworfenen Fragen schon lange begleiten – und noch sehr lange begleiten werden. Auch die aufgeklärten Gesellschaften haben auf politischer Ebene immer noch größte Schwierigkeiten mit dem komplexen Thema.

In Kunst und Kultur tut man/frau sich da erfahrungsgemäß leichter. Ohne dogmatische oder engstirnige Begrenzungen werden hier viele „Dialoge der Kulturen“ geführt, ob eher intellektuell, ästhetisch, konzertant, in plastischer Darstellung oder im Schauspiel, verklausuliert oder vergnügt, im gesprochenen oder geschriebenen Wort. Kunst und Kultur stellen eine offene Spielwiese zur Verfügung auf der sozusagen jede/r mitkicken darf, sich im steten Wechsel der Ball gegenseitig abgenommen oder zugespielt wird. Und die Auseinandersetzungen kümmern sich in vielschichtiger Weise um sehr viel mehr als den Versuch, das „Fremde“ zu begreifen. Die oben zitierte Soziokultur stellt dabei ganz sicher einen der profiliertesten „Bolzplätze“ zur Verfügung, das nicht nur im Dialog mit „Fremdem“ sondern auch im Dialog der vielfältigsten kulturellen Ausdrucksformen.
Lasst einfach mehr Begegnungen stattfinden!

Die Veranstaltungen im Einzelnen:

DatumTitelVeranstaltungsort
19.05.2011
20.00 h
Rodica Draghincescu, Sag nie wieder..., Gedichte Club Voltaire
30.06.2011
20.00 h
Hussain Al-Mozany, Das Geständnis des Fleischhauers Club Voltaire
28.10.2011
20.00 h
Lin Jun, Und ihr liebt China... Club Voltaire
15.11.2011
20.00 h
ZehraCirak Club Voltaire
28.03.2012
20.00 h
Keith Armstrong Club Voltaire
21.04.2012
20.00 h
DEL AMOR Club Voltaire
21.04.2012
20.00 h
Liebe und Tod Club Voltaire
04.05.2012
20.00 h
Zekarias Kebraeb Club Voltaire
11.05.2012
20.00 h
Tod auf der Donau Club Voltaire
26.09.2012
20.00 h
Zum Kuckuck Club Voltaire
18.10.2012
20.00 h
Layalina Club Voltaire
26.10.2012
20.00 h
Das Palmenhaus Club Voltaire
07.11.2012
20.00 h
My name is Salma Club Voltaire