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Samstag, 24. März 2018
Beginn: 20:00
Ort: Club Voltaire
Konzert

„Leben, Leben in Berlin ……“

Ein Porträt der berlinisch-jüdischen Dichterin Mascha Kaléko in Gedichten, Briefen und Geschichten

Mascha Kaléko war Ende der zwanziger Jahre in Berlin eine überaus beliebte junge Dichterin, ihre Verse trug sie in den Cafés der Bohème und im Cabaret vor – und montags standen sie meist in einer der großen Zeitungen. Sie war bekannt und beliebt, selbst Albert Einstein, Hermann Hesse und Thomas Mann mochten ihre Gedichte.
Sehr weiblich und ein bisschen frech schrieb sie über den Alltag der Stadt, über das Leben und die Liebeleien ihrer "kleinen Leute“ – bis sie nicht mehr bleiben durfte. 1938 musste sie mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn in die USA und dann nach Israel emigrieren. In der Fremde entstanden nun tief empfundene Gedichte voller Liebe und Sehnsucht.

Blanche Kommerell, Rezitation
Sophia Brickwell, Gesang
Dirk Rave, Komposition und Akkordeon

Die Schauspielerin Blanche Kommerell, selbst Berlinerin, vermag die Gedichte ganz von Herzen und mit dem ihr vertrauten Klang der großen Stadt vorzutragen. Sie stammt aus Halle an der Saale und absolvierte von 1972 bis 1974 eine Schauspielausbildung an der Staatlichen Schauspielschule Berlin (jetzt Hochschule "Ernst Busch“) sowie am Berliner Ensemble. Danach folgten verschiedene Engagements an Theatern in Potsdam, Leipzig, Magdeburg und Berlin (Maxim-Gorki Theater). Daneben wirkte sie in DEFA-und DDR-Fernsehfilmen mit, u.a. in "Rotkäppchen“, "Jakob der Lügner“, "Bahnwärter Thiel“ und "Die Schauspielerin“.
1990 erhielt sie einen Lehrauftrag für Sprache und Schauspiel an der Universität Witten/Herdecke; dort baute sie das Studententheater auf und inszenierte Stücke wie u.a. Tschechows "Drei Schwestern“. Seit 1994 erarbeitete und führte sie mehrere Bühnenmonologe auf. Sie entwickelte und inszenierte Matineen über Marina Zwetajewa, Anna Achmatowa und Annette von Droste Hülshoff im Deutschen Theater Berlin. Seit mehr als zwanzig Jahren entstanden thematisch und formal unterschiedliche literarische Porträts, die sie bei Gastspielen in ganz Deutschland und auch im Ausland vorstellt. 2008 erhielt sie den Deutschen Sprachpreis der Henning Kaufmann Stiftung.
Den Klang der großen Stadt verkörpert auch die Sängerin Sophia Brickwell. Sie ist in Berlin geboren und aufgewachsen und studierte Operngesang an der Berliner Hochschule für Musik Hanns-Eisler und in Leipzig an der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn-Bartholdy. Nach dem Studium gab sie ihr Opern-Debut am Opernhaus Halle. Ihre Leidenschaft blieb aber der Chansongesang, dem sie sich seit einigen Jahren intensiv widmet. Sie gestaltete diverse Programme in unterschiedlichen musikalischen Konstellationen. Zu ihrer Arbeit gehörten aber auch die Synchronisierung der Sängerin in Roswitha Menzels Knetanimationsfilm "Sing Sing Sing“ und die musikalische Mitgestaltung der Klanginstallation "Murder of Crows“ von Janet Cardiff/George Bures Miller im Hamburger Bahnhof (Komposition Til Ritter). Sophia Brickwell ist Preisträgerin des Lotte-Lenya Gesangswettbewerbes der Kurt Weill Stiftung New York.  Sie trägt die Kaléko-Vertonungen von Dirk Rave vor, der Komponist selbst begleitet das Programm auf dem Akkordeon.

Dirk Rave studierte Musikwissenschaft und Italienisch in Berlin. Zeitgleich arbeitete er als Hospitant und Regieassistent bei Doris Harder (Wien), Peter Lund und Winfried Radeke (Neuköllner Oper Berlin) und nahm Akkordeonunterricht im Einzeltonmanual bei Gerhard Scherer. 1995 war er erstmalig als Begleiter in einem Kabarett-Programm auf einer Berliner Bühne zu sehen und zu hören. Seit Ende der 90er arbeitet er freiberuflich als Regisseur und Akkordeonist. In Kabarett- und Chansonprogrammen verantwortet er die musikalische Leitung, Komposition und Arrangement. Sein Werk umfasst Lieder und Chansons, Instrumentalwerke und Schauspielmusiken (u.a. fürs Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin). Mit der Schauspielerin Saskia Kästner tourt er mit verschiedenen Programmen im ganzen deutschsprachigen Raum und war u.a. bei der Kabarett Bundesliga zu hören.

 

Hermann Hesse über Mascha Kaléko:
"Es ist eine aus Sentimentalität und Schnoddrigkeit großstädtisch gemischte, mokante, selbstironisierende Art der Dichtung, launisch und spielerisch, direkt von Heinrich Heine abstammend.“


www.dirkrave.de
www.sophia-brickwell.de.tl
www.blanchekommerell.de

Eintritt: 12.-, ermässigt 8.- €

 

 

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