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Donnerstag, 22. März 2018
Beginn: 20:00
Ort: Club Voltaire
Politik und Gesellschaft

Ökonomische Modernisierung, Bildungsversprechen und die kommende Regierung

mit Tobias Kaphegyi

Auch ohne vage Zukunftsszenarien einer "Wirtschaft 4.0“ bemühen zu müssen, lässt sich anhand heutiger Daten aus der Arbeitswelt eine massive kompetenz- und bildungsbezogene Veränderung der Anforderungen an Erwerbstätige in der heutigen Ökonomie feststellen.
Kombiniert mit den von der Agenda 2010 bedingten Prekarisierungsentwicklungen in der Lohnarbeit innerhalb der letzten zwanzig Jahre, scheint Bildung in Deutschland kein Aufstiegsgarant mehr zu sein, sondern bei Abwesenheit ein Abstiegsgarant. Die Politik reagiert darauf nicht mit einem umfassenden Wiederaufbau der sozialen Sicherungssysteme und der sozialen Infrastruktur, sondern mit immer neuen Bildungs- und Modernisierungsversprechungen. Während Bildung immer mehr als Sozialstaatsersatz propagiert wird, werden bildungsstaatliche Versprechen aufgrund einer neoliberalen und klientel- und angebotsorientierten Steuerpolitik nicht ausreichend finanziert und eingelöst. Und: Kann Bildung überhaupt einen ausgebauten Sozialstaat ersetzen? Nun brüstet sich nicht nur die SPD damit, in einer kommenden Regierung einen Quantensprung nach vorne machen zu wollen in Bezug auf Bildungsfinanzierung und Bildungsausbau.

Der Vortrag möchte die einleitend formulierten Thesen mit Daten unterstützen und die bildungspolitischen Versprechungen einer kommenden Regierung genauer untersuchen und die Ergebnisse mit dem Publikum diskutieren.

Tobias Kaphegyi ist Mitglied der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik. Er ist Lehrbeauftragter an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Villingen-Schwenningen, Freiberuflicher  Wissenschaftler, Dozent in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit und aktiver Gewerkschafter.

 

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