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9.April bis
11.Juli 2008 |
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"SPUREN KULTURELLER VIELFALT"
zusammen mit dem Sudhaus plant der Club
Voltaire eine Veranstaltungs-reihe rund um die Themenbereiche
Integration und Kulturelle Vielfalt. Vorträge, Filme, Lesungen und
Konzerte erstellen einen Situationsbericht.
Mittwoch,
9.4.08, 20.00 Uhr, Sudhaus; ERÖFFNUNGSVERANSTALTUNG
Die Selbstverständlichkeit der Einwanderungsgesellschaft und die
Unmöglichkeit der Leitkultur.
Eine verordnete Leitkultur ist ein Korsett,
das eine Gesellschaft zur Krise führt. Etwas anderes als die im
Grundgesetz und der auf ihr aufbauenden Rechtsordnung kann nicht
als verpflichtend für alle erklärt werden. Auch diese Ordnung muss
immer wieder fortgeschrieben und neu interpretiert werden, und
dabei wirken alle mit, die auf dem Territorium der Bundesrepublik
leben. Zur Anerkennung der Einwanderungsgesellschaft gibt es keine
wirkliche Alternative. Sie ist auch nicht neu. Nicht nur Spuren
kultureller Vielfalt, sondern vielfache Belege dafür finden sich
in der heutigen Lebenswelt.
Vortrag mit anschliessender Diskussion von Dr.Dieter Kramer, ao.
Prof. Universität Wien, u.A. bis 2005 Oberkustos Museum der
Weltkulturen
Freitag,
11.4.08, 20.30 Uhr, Club Voltaire
WOLONTARIUSCHKI – freiwillig in Polen.
Wer geht denn schon freiwillig ein Jahr nach Polen?! Noch dazu um
in einem Heim mit mehrfach schwerstbehinderten Kindern zu
arbeiten?!
Zwei junge Frauen, die in Warschau einen
Freiwilligendienst absolviert haben, schildern in ihren Texten
ihre Erlebnisse und Eindrücke. Nicole Kanter (Wien) arbeitete im
Jahr 2000 am Rande der polnischen Hauptstadt in einem Heim für
behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Sie war die erste
Freiwillige, die in dieses Projekt entsendet wurde. Vier Jahre
später traf Lisa Möller (Tübingen) in Warschau ein um in demselben
Heim ihren Freiwilligendienst zu beginnen. Die beiden lernten sich
kennen und bald wurde die Idee geboren über ihre Erfahrungen zu
schreiben. Jetzt ist durch Förderung der Europäischen Union ein
kleines Büchlein daraus geworden.
Musik: Ania Wiejak (Theater
Gardzienice), zur Zeit Erasmusstudentin in Tübingen
Freitag,
18.4.08, 21.00 Uhr, Club Voltaire
Mágica Fe
Mágica Fe spielt eine völlig neuartige
Fusion der traditionellen Musikstile, Afro-Peru und Samba mit
modernen Stilelementen wieTrip Hop und Drum&Bass.
Débora Vilchez, Stimme, Cajón - Fabian Wendt, E-Bass, Akustik
Gitarre, Loops
Christoph Scherer, Schlagzeug, Cajón, Perkussion - Nazim
Sabuncuoglu, E-Gitarre, Klassische Gitarre
In Zusammenarbeit mit dem Cine Latino 2008
Freitag,
25.4.08, 20.00 Uhr, Club Voltaire
"Zwischen Integration, Assimilation und Parallelgesellschaften.
Erfahrungen aus Frankfurt am Main".
Vortrag mit anschliessender Diskussion von
Dr.Akli Kebaili, Amt für multikulturelle Angelegenheiten der Stadt
Frankfurt Es gibt kaum eine Stadt in Deutschland, die so stark von
der Migration geprägt ist, wie Frankfurt am Main.
1) "Wir haben Arbeiter geholt, es kamen Menschen" (Max Frisch).
2) "Toleranz ist gut, aber nicht gegenüber des Intoleranten (W.
Busch)
Akli Kebaili verteidigt das Recht auf Rechte!
Samstag,
26.4.08, 21.00 Uhr, Sudhaus
„DISSIDENTEN – The Tangier Sessions“
„Die Welt“ war bereits das musikalische
Thema der Dissidenten, lange bevor solche Ideen modisch wurden.
Der in den frühen 80er Jahren entstehende Bedriff „Worldmusic“
verbindet sich weltweit mit dem Namen der Berliner Gruppe. Vor
zwei Jahren kehrten die Dissidenten zurück in ihre Wahlheimet
Tanger, wo zusammen mit der marokkanischen Kultband „Jil Jilala“
das neue Album „The Tangier Sessions“ entstand.
in Zusammenarbeit mit dem SWR
Montag,
28.4.08, 20.15 Uhr, dai
„Das Eigene bewahren. Emigrantenmusik in den USA zwischen
Anpassung und Abgrenzung“
Emigration ist eine Grunderfahrung der
Moderne. 60 Millionen Menschen verließen Europa zwischen 1800 und
dem 1. Weltkrieg. Irland, Deutschland, Polen, Italien und die
Schweiz waren die Länder mit der höchsten Auswandererquote. Kamen
die ethnischen Musikanten anfangs noch aus dem Milieu der
Auswanderer, so entstand nach dem 1. Weltkrieg eine rege
Emigranten-Musikindustrie, als Volksmusikgruppen aus Europa lange
Tourneen durch die Auswandererkolonie in der Neuen Welt
unternahmen. Ihre Auftritte waren deshalb so erfolgreich, weil
sie die Sehnsuchtsgefühle nach der alten Heimat geschickt zu
bedienen wussten.
Der Vortrag wird mit raren Schellackaufnahmen und historischem
Bildmaterial illustriert.
Christoph Wagner, Musikjournalist, ist Herausgeber von zahlreichen
CD-Anthologien zu verschiedensten Volksmusiktraditionen der USA
(Hillbilly, Cajun, Zydeco, Polka, Yodelling).
in Zusammenarbeit mit dem dai
Dienstag,
6.5.08, 20.00 Uhr, Sudhaus
Kulturpolitik mit Nebenwirkungen: Städtepartnerschaften und
kulturelle Vielfalt.
Städtepartnerschaften werden oft kritisiert:
So heißt es, dass sie lediglich der politischen Selbstdarstellung
der Städte dienten, bloß einen organisierten Austausch zwischen
Funktionären förderten und auch nur eine lokale Schönwetter-Kultur
vermittelten. Damit aber werde verunmöglicht, was eigentlich durch
die Städtepartner-schaften angestrebt werde: der Kontakt zu
fremden Lebenswelten, das Verstehen unbekannter Kulturen, der
interkulturelle Austausch. Im Vortrag (und hoffentlich auch in der
Diskussion) soll es aber neben der Kritik auch um die erwarteten
und zufälligen, jedenfalls aber positiven Nebenwirkungen von
Städtepartnerschaften gehen.
Vortrag und Diskussion von Prof.Dr.Reinhard Johler
Blick auf eine Partnerschaft mit einer afrikanischen Stadt mit dem
Tübinger
OB Boris Palmer, afrikanische Gäste
musikalische Umrahmung mit der Gruppe „BoBoBo“ aus Ghana
Fr./Sa.
9./10.5.08, 20.00 Uhr, Sudhaus
„Märchenhaftes Couscous – Tafelrunde im Sudhaus“
mit Charles Aceval und ErzählerInnen aus
Algerien, Polen, Irland, Palästina und anderen Ländern
Naceur Charles Aceval ist ein authentischer Märchenerzähler aus
dem Maghreb, den algerischen Hochplateaus, wo Wüste und Steppe
aufeinander treffen, wo die Wege der Nomaden und der Sesshaften
sich noch immer reuzen und wo der ewige Wüstenwind die Stimme des
Erzählers mit den Düften seiner Küche vermischt. An diesem Abend
wird sich die orientalische Ess- und Erzählkultur um Geschichten
aus ganz unterschiedlichen Ländern erweitern.
Freitag,
16.5.08, 18.00 Uhr, Sudhaus
„Kulturen der Arbeit“
Für Menschen mit Migrationshintergrund wird
der Zugang zu Beschäftigung und Arbeit als erster wichtiger
Schritt im Hinblick auf gesellschaftliche Integration erachtet.
Arbeit ist dabei entscheidend für soziale Teilhabe und ermöglicht
Partizipation in vielen verschiedenen Bereichen. Für die deutschen
Verhältnisse darf ganz allgemein gesprochen, eine starke
Orientierung an Lohnarbeit konstatiert werden. Teil des
„offiziellen“ Arbeitsmarktes zu sein sichert folglich – weit über
die Sicherung des Lebensunterhaltes hinaus – in einem
umfangreichen Sinne die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und
gehört zum guten Ton. Nicht am Arbeitsleben zu partizipieren heißt
demnach auch „unethisch“ zu handeln. Dies führt zu einer
besonderen Belastungssituation für arbeitslose Menschen in
Deutschland.
Angesichts dieser Problemlage gilt es, Strategien zu entwickeln,
die die Benachteiligungen im Zugang zum Arbeitsmarkt aufheben. Im
Rahmen von zwei Europäischen Projekten führte die Neue Arbeit
gemeinsam mit lokalen Partnern, Projekte zur besseren Integration
von Menschen mit Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt durch.
Bericht und Diskussion über Bedeutung und Methoden zu Integration
in der Arbeitswelt von und mit Neue Arbeit Zollern-Achalm e.V.
Sonntag,
1.6.08, 20.00 Uhr, Sudhaus
Fremde Haut
von Angelina Maccarone
BRD/A 2005, 35mm, 97min, Deutsch/Farsi m. dtsch. Ut, Dolby
Digital, 1:1,85, Farbe
Politisches Drama, bewegende
Liebesgeschichte und ungeschminkte deutsche Wirklichkeit. In
"Fremde Haut" erzählt Angelina Maccarone mit großer Genauigkeit
von Entwurzelung und Sehnsucht nach Identität, von unmöglicher
Liebe in Zeiten von Exil und Verfolgung, vom unbeugsamen Willen
einer Frau, ihren Platz im Leben zu finden, anzukommen - in einem
anderen Land, einer anderen Kultur, einer neuen Liebe. Sie ist
eine Kämpferin und will leben, nicht nur überleben. "Fremde Haut"
beeindruckt mit Jasmin Tabatabais großer schauspielerischer
Leistung, geht in seiner radikalen Intensität unter die Haut und
schmerzt durch eine seltene Wahrhaftigkeit.
In Zusammenarbeit mit dem FrauenFluchtNetz
Donnerstag, 19.6 08, 20.00 Uhr, Club Voltaire
„Blinde Passagiere, Schwarzfahrer & Kanaken“ - Kurzfilme statt
Leitkultur!
vorgestellt von Bernd Wolpert vom Ev.Zentrum für
Entwicklungsbezogenen Film (EZEF), Stuttgart
Gute Kurzfilme leben von originellen Ideen,
visuellen Überraschungen und auch provokativen Anstößen. Zum
Zusammen- oder Gegeneinander- oder Nebeneinanderherleben von
Menschen unterschiedlicher Kulturen gibt es eine Fülle
hervorragender Kurzfilme. Wie durch Zuschreibungen – meist von der
Mehrheitskultur – „die Anderen und Fremden“ gesehen werden und was
dies bei jenen auslöst, an Verständnislosigkeit, Wut oder auch
Widerstand, all dies wird – mal witzig, mal provokativ, aber nie
langweilig – mit verschiedenen Kurzfilmen vor Augen geführt! Ein
ebenso unterhaltsamer wie lehrreicher Abend für Fremde und
Eingeborene!
Dienstag,
1.7. 08, 20.30 Uhr, Club Voltaire
show & tell (6): my private
migration background
im Rahmen des Programms vom Club Zátopek
Wanderst du gerne? Hast du eine Großmutter aus Hirrlingen? Hast du
Enkel im Kongo? Bist du Kind eines Bayern und einer Schwäbin?
Fühlst du dich daheim oder musst du zurück nach Eckernförde?
Erzähl uns mehr von deinem Migrationshintergrund und ein Getränk
deiner Wahl ist dir sicher.
Dienstag, 8.7. 08, 20.30 Uhr, Club
Voltaire
Welcome to barbaria!
im Rahmen des
Programms vom Club Zátopek
Abschotten, Ausgrenzen, Abschieben: die deutsch-europäische
Migrationspolitik.
Ertrinkende Menschen an den Grenzen Europas, Jahre dauernder
Entmündigung und umfassender Entrechtung von Flüchtlingen im
Innern. Woher kommt und wohin bewegt sich die deutsch-europäischen
Migrationspolitik?
Ein multimedialer Abend von und mit Zátopek, der Gruppe aus dem
Schatten und dem Bündnis gegen Abschiebehaft.
Freitag,
11.7.08, 19.00 Uhr, Sudhaus, SCHLUßVERANSTALTUNG
"Keine Integration ohne Heimat - Keine Heimat ohne Integration".
„Die Wurzel der Geschichte ist der
arbeitende, schaffende, die Gegebenheiten umbildende und
überholende Mensch. Hat er sich erfasst und das Seine ohne
Entäußerung und Entfremdung in realer Demokratie begründet, so
entsteht in der Welt etwas, das allen in die Kindheit scheint und
worin noch niemand war: Heimat" (E.Bloch)
„Zu Hause ist da, wo Alles wie in der Heimat ist“ (ein
Kabarettist)
Wo findet Integration ihr „Zu Hause“, nur in der „einen“ oder nur
in des „anderen“ Heimat? Finden Philosophie und Alltag irgendwann
eine Lösung, eine „in Demokratie begründete Heimat“?
Podiumsdiskussion mit Dr.Athanassios Marvakis (Thessaloniki) und
Dr.Havva Engin, M.A. (Karlsruhe), weitere TeilnehmerInnen sind
eingeladen
ab ca. 21.00 Uhr, Sudhaus, Biergarten
Konzert mit APO TA PERIX
Nikos, Vassilis, Kostas, Nikos (Bousouki,
Baglamas, Gitarre, Bass, Gesang)
Griechenland hat ein breites Spektrum von Musikrichtungen. Die
noch heute sehr lebendige traditionelle Volksmusik hat in jeder
Region ihr eigenes musikalische Idiom mit besonderen rhythmischen
Strukturen und melodischen Linien. Dazu kommt eine entsprechend
große Anzahl von ebenfalls regional geprägten Volkstänzen. Im
letzten Jahrhundert des letzten Milleniums ist in den Städten ein
neuer Musikstil entstanden, der unter dem Namen Rembetiko bekannt
geworden ist. Rembetiko ist eine musikalische und emotionale
Auseinandersetzung mit den Lebenssituationen in den modernen
Städten.
KENT MASALI,
Elektro-Lyrik aus 1001 Nacht
Kent Masali - Wenn Märchen aus 1001 Nacht
mit der Urbanität des 21. Jahrhunderts eine Liaison eingehen, dann
entsteht ein Sound, wie ihn das Tübinger Quartett entwickelt hat.
Frontfrau von Kent Masali ist die Türkin Ninel Cam. Mit ihrer
charismatischen Stimme, interpretiert sie sowohl eigenes Material
wie auch traditionelles Liedgut der Türkei und Arabiens. In einer
spannenden elektro-akustischen Synthese berührt der Orient den
Okzident.
Ninel Cam – Gesang / Thomas Maos - akustische, elektrische Gitarre
Maiki Mai – Oud / Jörg Bielfeldt - Cajon, Elektronik, loops
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